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Meine Namenspatronin:

Uta von Uttenweiler

Uttenweiler hat das seltene Glück, eine eigene Heilige bzw. Selige zu besitzen, die Selige Uta, nach der angeblich der Ort den Namen erhalten hat. Um Uta ranken so viele und verschiedenartige Sagen und Legenden, daß man schließlich meinen könnte, alles sei frei erfunden und entbehre eines geschichtlichen Hintergrundes. Das dürfte nicht der Fall sein. Der 1967 verstorbene Heimatforscher Pfarrer Theodor Selig hat sich nach der Seligen Uta von Uttenweiler umgesehen und Wertvolles zutage gebracht:

 

Im Heiligenverzeichnis der Diözese Konstanz, zu der gehörten wir bis 1821, ist die Selige Uta von Uttenweiler seit Ende des Mittelalters immer wieder genannt. Diese Heiligenverzeichnisse wurde in jeder Diözese zusammengestellt, um die Heiligen der Heimat zu ehren: "S. Uta ligt zu Uttenweyler nit fern vorn Bussen, und hat das dorff den namen von ihr." Damit ist gesagt, daß die Grabstätte der Seligen in Uttenweiler zu suchen ist. Die alte Oberamtsbeschreibung von 1827 vermutet, daß "die Grabhöhle, welche die Kirche enthalte, "Dautengrab" genannt, das Grab der Hl. Uta" sein könne. Bei einer uralten Erwähnung der Seligen ist noch die Jahreszahl 722 vermerkt, anderswo liest man das Jahr 821. Etwas Genaues wird man wohl nicht mehr herausbringen. Im Jahre 1765 verfaßte Kaplan Senfft in Riedlingen eine Chronik der Stadt und legte auch ein ausführliches Verzeichnis der Heiligen der Diözese Konstanz an (Handschrift in der Dekanatsregistratur). Darin heißt es auf Seit 210: IIS. Utta zu Uttenweiler bei dem Bussenberg.

 

Uta von Uttenweiler (c) Uta MöhlerUta von Uttenweiler (c) Uta Möhler

Lebensbild der Seligen Uta:

 Uta soll einem adeligen Geschlecht entstammen, das am Ortsrand des Dorfes, dem heutigen "Burgstall", seinen Wohnsitz hatte. Eine besondere Liebe soll sie zu den Kindern gehabt haben. Mit großem Vertrauen wandte man sich an diesen Engel der Barmherzigkeit, wenn Kinder krank darniederlagen. Ihre unermüdliche Hilfsbereitschaft, ihre Bescheidenheit und lautere Güte, die keinen der Untertanen verachtete, die sich jedem verpflichtet fühlte, machte sie bei allen beliebt. Schon zu Lebzeiten ehrte man sie als eine wahre Schülerin dessen, der uns als höchsten Auftrag das Gebot der Liebe gab, - als eine Heilige.

 

Die erste Burg der Ortsherren stand wohl draußen in der Nähe der heutigen Utakapelle, unmittelbar über dem mittleren Weiher, der wohl schon vor 100 Jahren trockengelegt wurde. Uta wird das einemal adeligem Stande zugerechnet, nach anderen Berichten soll sie "Dienstmagd" gewesen sein, die dort am Weiher ein Kind der Schloßfamille rettete. Nach einer weiteren Fassung hat eine spätere Frau von Stein die Selige um ihre Hilfe angerufen, als ihr Kind in den Weiher fiel und, - im Falle der Erhörung, - die Stiftung des Klosters gelobt. Diese Fassung dürfte wohl nicht zutreffen, da der Stiftungsbrief des Berthold von Stein erhalten ist. Von einer wunderbaren Errettung eines Kindes ist in diesem nicht die Rede.

 

Als dann im Dorf selbst ein Schloß gebaut wurde, dürfte vor dem Ort beim mittleren Weiher schon ein kleines Heiligtum der Seligen bestanden haben. Sichere Kunde davon haben wir seit ca. 1620. Wie in "Der Selige Bruder Klaus von Uttenweiler" ausgeführt wird, wollte dieser aus Horb stammende Einsiedler nach der Franziskanerregel das St. Uta-Heiligtum behüten. Die Augustinermönche hatten für St. Uta nichts übrig. Kaum findet die Selige eine Erwähnung in der Klosterchronik. Dafür waren die Herren von Stein ganz große Verehrer und Förderer von St. Uta.

 

Hundert Jahre nach Bruder Klaus wird ein weiterer Eremit als Hüter des St. Uta-Heiligtums genannt, Bruder Johannes Speth, der auch auf dem Dautenberg seine Klause hatte und am 4. Juni 1737 starb. Zur Zeit des Josephinismus (Joseph 11. von Österreich trieb die sogenannte Aufklärung voran) wurden alle Andachten und Wallfahrten eingeschränkt. Übereifrige Priester, wie der damalige Pfarrer Schuh, wollten mit der St. Uta-Verehrung aufräumen. Ob es sich bei der früheren Grabhöhle (in der Nähe des jetzigen Taufsteines) in unserer Pfarrkirche wirklich um das Grab der Seligen Uta handelt, dürfte sehr fraglich sein. Wahrscheinlich handelte es sich um die Totengruft der früheren Ortsherren von Stein, die innerhalb der Kirche beigesetzt wurden.

 

Uta-Kapelle UttenweilerUta-Kapelle UttenweilerDie Uta-Kapelle

Kamerer Holl und Kaufmann Traub ließen, wie ein Gedenkstein in der Kapelle erinnert, das heutige Heiligtum errichten, nachdem im Jahre 1947 die alte und baufällige Utakapelle an gleicher Stelle abgebrochen werden mußte. Diese alte Kapelle war im Jahre 1875 von den Großeltern des Josef Albrecht, Stefan Moll und der Barbara, geb. Hepp, auf dem "Dautenberg" errichtet worden und wurde im Jahre 1904 laut Stiftungsurkunde an die Kirchenpflege mit einem Kapital von 600 Goldmark für die Instandhaltung derselben übergeben.

 

 

Nach der Währungsreform konnte eine neue Kapelle erstellt werden. Diese wurde im Oktober 1950 feierlich durch Domkapitular Dr. Wurm eingeweiht. Der Flügelaltar stammt von Professor Burkart, Riedlingen und Frankfurt/M. Während das Hauptbild die Hl. Dreifaltigkeit zeigt, führen die vier Bilder der beiden Seitenflügel in die Ortsgeschichte und in die Geschichte der näheren Umgebung: Auf dem rechten Flügel ist die Selige Uta und darunter die Selige Adelindis von Buchau dargestellt, auf der anderen Seite Bruder Klaus (als Seliger) und darunter der Selige Abt Ernst von Zwiefalten. An der Nordwand der Kapelle befindet sich ein sehr altes Bildnis, das die Selige Uta darstellen soll. Es handelt sich, wie oben schon erwähnt, um jene Statue, die 1619 von einem Konstanzer Meister geschnitzt, vom Riedlinger Maler Hans Jakob gefaßt und zum Teil vom Einsiedler Bruder Klaus selbst bezahlt wurde. Die Renovierung der Statue wurde 1949 von Bildhauer Retzbach, Stuttgart, durchgeführt, der auch eine neue St. Josefsstatue schuf. Auf dem kleinen Dachreiter hängt ein kleines Laurentius-Glöcklein, eine Stiftung des Kaufmanns Lorenz Traub.

 

 Von Oberlehrer Franz Josef Wild, der von 1910-1935 hier tätig war, stammt auch das St. Uta-Lied, das als Abschluß dieses Beitrags über die heimatliche Selige dienen möchte.

 Lied zur Seligen Uta

 O gute Uta, treue Magd, des Bussenlandes Zier, gabst unserm Dorf den Namen sein, Preis, Lob und Dank sei Dir! In großer Not hast Du gezeigt, was das Gebet vermag. Uns allen wend die Hilfe zu in jeder Lebenslag.

 O gute Uta, treue Magd, der Kinder Hort und Schutz, laß heut auch keins verloren sein, der bösen Welt zum Trutz. Steh bittend für die Kleinen ein, wenn sie der Strom der Zeit erfassen und vernichten will. Sei stets zur Hilf bereit!

 

 

Textquelle: Heimatbuch Uttenweiler, 1993 - hsg. von der Gemeinde: http//www.uttenweiler.de 

Der Text wurde von mir etwas gekürzt