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Der gute Hirte

Der gute Hirt (Psalm 23)

Jesus, der gute Hirte (c) Uta MöhlerJesus, der gute Hirte (c) Uta Möhler

1 Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.

2 Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

3 Er stillt mein Verlangen; er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.

4 Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.

5 Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reichlich den Becher.

6 Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.

(Textquelle: www.bibleserver.com - Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift © 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart.)

 


 

 

Johannes 10,11-17

Der gute Hirt als Gegenbild zum Tagelöhner

11 Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.
12 Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht,
13 weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.
14 Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich,
15 wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.
16 Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.
17 Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen.
 
(Textquelle: www.bibleserver.com - Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift © 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart.)

27Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir.
28 Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
29 Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.3
30 Ich und der Vater sind eins.
(Textquelle: www.bibleserver.com - Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift © 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart.)
 

Kurzpredigt 4. Sonntag in der Osterzeit C (17.04.2016) 

Joh 10,27-30 - Weltgebetstag um geistliche Berufe

 

Uta mit Schafpulli (c) Foto: S. PattUta mit Schafpulli (c) Foto: S. Patt

Ich habe mir meinen Schafpulli übergezogen, bin somit rein optisch zur Hirtin einer Herde geworden. Die Herde umgibt mich, wärmt mich, schützt mich und, da es stille Schafe sind, stört sie mich nicht, und da es keine lebendigen Schafe sind, brauchen sie weder Wasser noch Nahrung.

Es ist ziemlich bequem Hirtin so einer Schafherde zu sein - und es ist fern ab jeder Realität.

Manchmal scheint es mir, als ob die Hirtinnen und Hirten, Menschen in Führungs-positionen - nicht nur in der Kirche - die Realität der „Schafe“ nicht mehr kennen. Sie haben es sich mit ihrem Hirtenmantel oder Schafpulli behaglich eingerichtet. Die Schafe sind für sie da – nicht umgekehrt, und am liebsten sind ihnen die stummen Schafe, die sie nicht hinterfragen.

Ist das wirklich wünschenswert, ein Hirte, eine Hirtin, die nur um sich selbst kreist?

Jesus ist kein Hirte, der dieses Hirtenamt nur nach außen trägt wie einen Pulli, sondern er ruft die Schafe, er trägt sie – wie es in vielen Darstellungen zu sehen ist – wenn die Schafe nicht mehr allein weiterkommen. Er behütet sie, sorgt für sie und gibt ihnen die Gewissheit: Ihr werdet niemals zugrunde gehen und niemand wird euch meiner Hand entreißen.

Das ist eine Zusage, die Leben zulässt, die Angst nimmt. Egal was passiert ist, was passieren wird, wir sind geborgen, wir werden nicht zugrunde gehen, und egal wie dunkel und trostlos unser Leben scheint: Jesus, der gute Hirt, wird mich nicht fallen lassen, nicht los lassen. – Nichts und niemand wird mich seiner Hand entreißen können.

Doch warum trage ich heute diesen Schafpulli? Er soll mich erinnern an diese Zusage Jesu, die gleichzeitig ein Auftrag ist es IHM gleichzutun, oder mit Saint-Exupery gesprochen: „Herr, leih mir ein Stück deines Hirtenmantels, damit ich meine Schwestern und Brüder mit der Last ihrer Sehnsucht darunter berge“.

Uta Möhler


 

Die gute HirtinDie gute Hirtin (c) Uta MöhlerDie gute Hirtin (c) Uta Möhler

Seit dem 17./18. Jahrhundert wird besonders in der Volkskunst die gute Hirtin thematisiert. Entweder Maria (die Mutter Jesu) oder Ecclesia (die Kirche) werden als Hirtin, Hüterin, Beschützerin mit Hirtenstab, Schafen und einem Hund oder Wolf dargestellt. Oft hängen  Bilder vom guten Hirten und der guten Hirtin nebeneinander oder gegenüber.